Meine Pistole als Liebesbeweis (1)

 

Sie ziehen mit großen Wohnwagen über das Land und gehen ihren Geschäften nach.
Landläufig werden sie meistens Zigeuner genannt. Auch Ricardo und Raccia sind in
diesen Stamm hineingeboren.

Ricardo liebte das Geschäftemachen, das Geld und
große Autos. Es gab nichts, was zu groß oder zu teuer für ihn war.
Das änderte sich auch nicht, nachdem er eine Familie gegründet hatte. Ricardo war erst siebzehn, als er seine Frau Raccia zu sich nahm.

 

Seine Gier nach Geld und Gütern zog ihn immer tiefer in korrupte Geschäfte
und zwielichtige Milieus. Frau und Kinder wurden für ihn immer mehr zur Nebensache.

Nach zwölf Jahren war ihre Beziehung vollkommen am Ende, ein Spiegelbild des Lebens, das Ricardo führte.

Lesen Sie hier welche Schwierigkeiten das Paar durchlebte und wie sie Heilung durch Jesus erfuhren.

 

Ricardo denkt zurück:

Mein Vater starb, als ich ein Jahr alt war, Er nahm sich mit einem Kopfschuss
das Leben. Als ich drei Jahre alt war, starb auch meine Mutter.
Als Waisenkind lebte ich mit meinem neun Jahre älteren Bruder

bei einer Tante. Als mein Bruder heiratete, zog ich zu ihm und seiner Frau. Die Familie
war sehr wohlhabend und an materiellen Gütern fehlte es mir nicht.

Schon mit 17 Jahren habe ich geheiratet. Natürlich hatte ich keine Ahnung,
was es heißt, selbst Geld zu verdienen und eine Familie zu ernähren.

Das Geld, das ich noch hatte, verpulverte ich fast vollständig durch den Kauf
eines Autos und eines Wohnwagens. Durch meinen verschwenderischen
Lebensstil waren auch die letzten Reserven nach einigen Wochen aufgebraucht.

Nun musste ich überlegen, wie ich meine Familie ernähren sollte.

Alle meine Gedanken drehten sich nur noch ums Geld. Wir hatten nicht viele Möglichkeiten.
Meine Frau ging hausieren und ich handelte mit alten Möbeln.
In den ersten Jahren war ich damit zufrieden. Aber dann kam eine Zeit,
in der ich mehr wollte, ich sehnte mich danach, ein teures Auto zu fahren.
Meine alte Karre konnte ich nicht mehr sehen. Das Geld dazu war natürlich nicht da.

Es ging uns finanziell immer schlechter, der Verdienst war miserabel. Manchmal
wussten wir nicht, wovon wir uns etwas zu essen kaufen sollten.

Eines Tages kam mir die Idee, mich mit dem Teufel zu verbinden. Er würde mir geben,
was ich mir vom Leben erhoffte. Ich wusste, dass es einen Gott gibt und

auch einen Teufel.

Ich ahnte nicht, welche Bedeutung dieser Entschluss in meinem Leben haben würde,
in welche Gefangenschaft ich mich damit begeben hatte. Als sich unsere finanzielle

Situation nicht besserte, fing ich an zu stehlen. Einbrüche halfen mir schnell zu Geld und Gold.
Auch der Handel mit Edelmetallen brachte viel Geld ein, aber das Geschäft war nicht ehrlich.
Ich habe Menschen betrogen, wo es nur ging. Das war der Preis, den ich für

ein Leben in Überfluss und Luxus zahlen musste. Denn inzwischen konnte ich mir kaufen,
was ich wollte. Die Autos wurden immer größer, die Schmuckstücke

immer wertvoller.

Mehrmals wurde ich verhaftet. Wenn ich aus dem Gefängnis kam, war ich nur für kurze
Zeit kuriert, habe dann aber so weitergemacht wie vorher. Meine Ansprüche wurden
immer größer. Das gestohlene und erschwindelte Geld war immer schnell verbraucht.
Der Teufelskreis wurde immer enger: Schließlich handelte ich mit Waffen und verkehrte
im Zuhältermilieu. Meiner Familie gegenüber wurde ich immer rücksichtsloser und brutaler.

Durch einen Zuhälter lernte ich eine Hure kennen, die ganz verrückt nach mir war.
Ich konnte alles von ihr haben. Sie war mit einem Millionär befreundet,

hatte also jede Menge Geld. Ich dachte sogar an Raub und sah in Gedanken
die Million schon vor mir.

Doch bald zeigte sich, dass meine euphorischen Hochgefühle nicht von Dauer waren.
Nachdem mein Führerschein einbehalten worden war, interessierte mich nichts mehr. Irgendwie kotzte mich mein Leben auf einmal sogar an. Ich hatte zwar Geld im

Überfluss, aber ich war total unglücklich. In materieller Hinsicht hatte ich alles,
was ich mir erträumt hatte. Aber innerlich war ich leer und völlig ausgebrannt.“

 

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