Meine Pistole als Liebesbeweis (2)

Raccia erinnert sich:

„Das ging nun schon anderthalb Jahre so, dass Ricardo wochenlang wegblieb.
Es interessierte ihn nicht im Geringsten, was wir machten. Es gab für ihn nur
teure Kleidung, Spielbanken, Bistros und Schmuck. So konnte ich nicht mehr
weitermachen, ich wollte die Trennung. Wir gingen also auseinander.
Mein Familienleben, mein Vertrauen, alles war zerbrochen. Ich war so tief
enttäuscht wie nie in meinem Leben zuvor.

Nach drei Wochen stand Ricardo wieder vor der Tür. Er sagte, er wolle
wieder mit mir und seiner Familie zusammenleben und es würde alles
gut werden. Ich ließ mich überreden, aber ich habe ihm nicht getraut.
Ich habe ihm nicht geglaubt, dass er sich ändern würde. Ich war davon überzeugt,

dass er mit etwas vorspielte und er so weitermachen wollte wie bisher.
Ich fühlte mich zutiefst gedemütigt. Andererseits hatte ich ganz tief in mir die Hoffnung,
das sich unser Schicksal doch noch zum Guten wenden würde.“

Ricardo blickt zurück:

„Eines Tages fuhr ich alleine zu meiner Cousine nach Nürnberg. Eigentlich wollte
ich nur meine Ruhe haben. Ich wollte nicht über mich, meine Familie und am
allerwenigsten über Gott nachdenken. Aber eines Abends erzählte mit meine Cousine,

dass sie Gottes Wege gehe und in der Bibel lese. Unser anschließendes Gespräch
drehte sich dann um Gottes Wort. Unsere Unterhaltung dauerte bis in die frühen Morgenstunden. Ich war selbst erstaunt, dass ich noch so viel aus der Bibel und

über Gott wusste. Was mir mein Schwager früher von Gottes Wort vermittelt hatte,
kam wieder in mein Bewusstsein, ich verstand, was Gott von mir wollte.
Nachts im Bett ging mir das Gespräch nicht mehr aus dem Kopf: Gott liebt dich.
Er möchte, dass du noch einmal ganz neu mit deinem Leben beginnst.

Er will dir deine Schuld vergeben. Das bewegte mich. Ich dachte über mein Leben nach. Darüber, was ich meiner Frau und meinen Kindern angetan hatte. Mir wurde klar,
in welche trügerischen Abhängigkeiten ich mich begeben hatte und

wie meine Familie darunter litt. Ein völliger Egoist war aus mir geworden,
Seelisch war ich dabei zum Wrack verkümmert.

Wenn ich so zurückblicke, denke ich, diese Erkenntnis war der schwerste Augenblick
meines Lebens. Mir war bewusst, dass ich mich nicht am eigenen Schopf aus

der Misere ziehen konnte. Ich betete zu Gott:„Wenn es Dich wirklich gibt,
dann möchte ich für Dich leben. Vergib mir meine Sünden und schenke doch,
dass meine Familie wieder zusammen leben kann.“

Mit meinem Gebet war ich noch nicht zu Ende, da spürte ich, wie mein Herz heftig
anfing zu schlagen, und dieses Pochen wurde immer stärker. Ich empfand es so,
als hätte Gott mein Herz herausgerissen und erneuert. Meine Tränen flossen
und ich konnte gar nicht mehr aufhören zu weinen. Mit einem Mal wurde mein Herz

so leicht und mein Schmerz verwandelte sich in ein unbeschreibliches Gefühl der Freude.

 

raccia_ricardo

Raccia & Ricardo

Am nächsten Morgen war ich ein neuer Mensch. Ich wusste, dass Gott mir meine Schuld vergeben hatte. In wenigen Minuten hatte er mein ganzes Leben verändert.
Ich konnte Buße vor Gott tun, weil ich mich plötzlich mit den Augen Gottes sah
und erkannte, wie notwendig ich die Vergebung brauchte.

 

Raccia erzählt:

„Als mir Ricardo berichtete, dass er Jesus in sein Leben aufgenommen habe,
dachte ich, es handele sich um einen Scherz. Ich ging davon aus, er sagte
das alles nur, um seine Familie zu halten.

Doch in der darauffolgenden Zeit merkte ich, dass Ricardo sich ganz anders
verhielt als sonst. Er begann, häufig in der Bibel zu lesen und er suchte
die Abgeschiedenheit. Teure Dinge und Luxus interessierten ihn nicht mehr.

Er verschenkte sein Auto und warf seine Pistole, die er eigentlich verkaufen
wollte, in den Fluss. Sein Lebenswandel entwickelte sich immer mehr zum Guten.
Mit seinen früheren Freunden wollte er keinen Umgang mehr haben.
Ich musste feststellen, es war wirklich ein neuer Mensch aus ihm geworden.“

Ricardo schildert:

„Die Pistole in den Fluss zu werfen, war für mich das erste, was ich für meinen
Herrn Jesus getan habe. Mittlerweile hat er mich auch vom Rauchen, Trinken,
der Geldgier, meiner Angeberei und meiner Lügerei befreit. Gott schenkte uns

eine völlig neue Grundlage für unsere Ehe. Durch seine Hilfe ist die Heilung der tiefen seelischen Wunden möglich, auch wenn dazu noch viel Zeit notwendig ist.
Seit einiger Zeit haben, meine Frau
und ich, Jesus Christus in unsere Herzen
aufgenommen. Für uns und unsere Familie ist dies das größte Geschenk, das es gibt.

Das Weihnachtsfest hat für uns seither eine ganz neue Dimension bekommen.
Wir feiern, weil im wahrsten Sinne des Wortes der Heiland für uns geboren ist.“

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